Praktische Übergangslösung und warum ein Upgrade trotzdem komfortabler bleibt
Wer mit Rhino arbeitet, kennt diese Situation früher oder später: Eine Datei kommt ins Büro oder soll an einen Projektpartner weitergegeben werden – allerdings in einer anderen Rhino-Version. Während einige Teams bereits mit Rhino 8 arbeiten, laufen in anderen Büros oder Hochschulen noch stabile Rhino-6- oder Rhino-7-Umgebungen. Dann verschiebt sich der Fokus kurzfristig. Es geht nicht mehr um Gestaltung oder Modellierung, sondern um Dateikompatibilität.
Solche gemischten Softwarestände sind völlig normal. Software-Upgrades passieren selten synchron. Budgetzyklen, IT-Freigaben, laufende Projekte oder organisatorische Entscheidungsprozesse führen dazu, dass verschiedene Versionen parallel genutzt werden. Das ist keine Schwäche, sondern Alltag professioneller Arbeitsumgebungen.
Für solche Übergangssituationen stellt McNeel mit „Convert3dm“ ein kleines kostenloses Konvertierungs-Utility bereit, das über die offiziellen Rhino-Ressourcen verfügbar ist und den Austausch zwischen verschiedenen Rhino-Versionen erleichtert. Technisch wird dabei primär das Dateiformat angepasst, nicht das Modell selbst. Neue Funktionen entstehen dadurch nicht – aber Zusammenarbeit bleibt möglich.
Gleichzeitig zeigt die Praxis aber auch: Upgrades werden selten allein wegen Dateiformaten durchgeführt. Meist geht es um Performance, neue Werkzeuge, Stabilität oder Plug-in-Kompatibilität. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Kompatibilität mit aktuellen Betriebssystemen. Gerade im Mac-Umfeld haben sich in den letzten Jahren grundlegende Veränderungen ergeben. Die Umstellung auf Apple-Silicon-Prozessoren und die stärkere Nutzung der Metal-Grafikschnittstelle führten zeitweise dazu, dass ältere Softwareversionen auf neuer Hardware nicht optimal liefen. Rhino 8 bringt hier eine deutlich verbesserte Integration, einschließlich nativer Unterstützung der M-Prozessoren und optimierter Grafikperformance.
Ein Upgrade verbessert damit nicht nur Funktionen, sondern oft auch das Zusammenspiel zwischen Software, Betriebssystem und Hardware.
Der Unterschied zeigt sich besonders beim Komfort. Regelmäßiges Konvertieren bedeutet zusätzliche Arbeitsschritte: Exportieren, prüfen, manchmal nachjustieren. Das funktioniert, ist aber nicht besonders elegant. Sobald alle Beteiligten auf derselben Rhino-Version arbeiten, verschwinden diese Zwischenschritte meist vollständig.
Konverter und Upgrade widersprechen sich deshalb nicht. Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Der Konverter hält Projekte flexibel am Laufen, wenn Versionen noch nicht synchronisiert sind. Das Upgrade sorgt langfristig für einen direkteren, stabileren und komfortableren Workflow.
Aus meiner Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Architektur-, Design- und Hochschulumgebungen ist Transparenz hier wichtiger als Verkaufsargumente. Anwender wissen meist selbst sehr genau, wann ein Upgrade sinnvoll ist. Was sie in der Zwischenzeit brauchen, sind pragmatische Lösungen, die ihnen erlauben, konzentriert weiterzuarbeiten.
Nicht jedes digitale Werkzeug muss spektakulär sein. Manche müssen einfach zuverlässig funktionieren, wenn Rahmenbedingungen noch nicht perfekt abgestimmt sind. Und manchmal reicht genau das.
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03.02.2025